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Mosis Quellwunder an den sogenannten Haderwassern
Stecher: Ertinger, Franz (1640-1710)
Inventor: Lafage, Raymond (1656-1684)
Keine Datierung verfügbar
Radierung: H. 49,0 x Br. 30,7 cm; beschnitten. Signiert unten links mit: A Paris Chez Iean Vander Bruggen, rue St. Iacques, au grand Magazin C.P.R., in der unteren Bildhälfte am Vasenfuß mit: R. Lafage inven. // Darunter: f: Ertinger Scup: in Paris 1683. Gedruckt bei: Jan van der Bruggen (* Brüssel 1649), Inventor: Raymond Lafage (Li sie 1. 10. 1656 - Lyon 4. 11. 1690), Stecher: Franz Ertinger (Weil? 1640 - Paris um 1710). Quellen: Ex 17, 1-7. Inschrift unten: Moyse frappe le Rocher Exod.17.
Nach dem Bericht im Buch Exodus hadert das Volk Israel mit seinem Anführer Mose, da es kein Wasser zum Trinken hat. In dieser Notlage ruft Mose Jahwe um Hilfe an. Dieser weist Mose an, einige der Ältesten Israels mitzunehmen und mit dem Stab, mit dem er den Nil geschlagen hat, (Ex 7,17) auf den Felsen am Berg Horeb zu schlagen. Es kommt Wasser heraus, und das Volk kann trinken. Das Quellwunder Mose, eine der frühesten Darstellungen der christlichen Ikonographie (Rom, Katakombe Pietro e Marcellino, 4. Jahrhundert) galt im Mittelalter als Prototypus der Taufe und der Kreuzigung Christi. Besonders dramatisch wird im Stich das Eingreifen Gottvaters dargestellt. Repoussoirmotive auf beiden Seiten im Vordergrund weisen auf die Hauptszene im Mittelgrund. Das Blatt gehört wie Nr. 52 und Nr. 53 zur Serie "Recueil des meilleurs desseins de Raimond La Fage" (Paris 1689). Die nachträglich über das Bild gelegte Bleistiftquadratur verweist auf die Verwendung durch den in Göttweig häufig tätigen Kremser-Schmidt (1718 -1801), der sich des öfteren an graphischen Vorlagen orientierte.
G. M. Lechner, W. Telesko
Lit.: LCI 3 (1971) 487 f.; Thieme-Becker 5 (1911) 111; 22 (1928) 201 f.; 11 (1915) 15.
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