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Qd_012 Allegorie der Malerei

Stecher: Testa, Pietro (1611-1650)
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1650

betitelt: INTELLIGENZA / ET / VSO, darunter: IL / LICEO / DELLA / PITTVRA. Radierung: H. 47,5 x Br. 73,5 cm; Plattenrand; stockfleckig. Signiert unten rechts mit: Humiliss.o Ser.re / Pietro Testa // Gio: Jacomo Roßi formis Rome alla Pace all'insegna di Pari gi Stecher: Pietro Testa (Lucca 1611 - Rom 1650), Drucker: Girolamo I. Rossi (tätig in Rom 1632/64). Der Stich Testas veranschaulicht die Schulung des Künstlers im "liceo della pittura", das als Abwandlung von Raffaels "Schule von Athen" (1508 - 1511, Vatikan, Stanzen) konzipiert ist. Der Grundgedanke wird in der linken Inschrift vorgeführt; links unten: La Teorica è per se stessa di lagimi avvinta, e la Prattica nella sua libertà è per se stessa cieca; ma chi età / di freschi anni nè gli studij della Pittura il buono d gran Maestri apprende; e poi avanzandosi ad imitare / da se gli oggetti della Natura, entra nel dotto Liceo di Pallade, e vi ritrova, et intende le arti della Mathe- / matica, unisce egli la Teorica alla Prattica; e spogliandole dè loro difetti con felice accoppiamento dall' / intelligenza e dall' uso, a se acquista gloria di norne, et al mondo accresce pregi di virtù. Widmungsinschrift (rechts): All' l1.mo e R.mo Sig.re Girolamo Bonvisi Clerico della Camera Apostolica / Se la Pittura dà colori varietà attende, io dalla sua colorita Stella nella notte della mia tempestosa / fortuna stabilimento ho ricevuto: onde hora in porto di vera quiete mi sono ridotto; e merita- / mente al Tempio delle sue immortali Virtù in questo disegno appendo il voto della mia / gratitudine; et humilm.te inchinandomi, a V. S. I11.ma l' Opera, e me stesso / dedico. Roma // Di V.S. Il1.ma e R.ma.

Durch das Studium der großen Meister und der Natur tritt der Künstler in die "Schule der Pallas Athene" (Standbild vor Obelisk in der Mittelachse mit Opferszene) ein und vereinigt dort durch das Studium der Mathematik und unter Anwendung von Verstand und Übung, Theorie und Praxis, welche nur in ihrer Verbindung wirkungsvoll sein können. Von einer zweigeschossigen verkröpften ArkadensteIlung nach Art eines aufwendigen Triumphbogens hinterfangen, die im oberen Geschoß Szenen des Alten Testaments zeigt (Goldenes Kalb, Mose am Berg Sinai, Abraham und Isaak, Bundeslade), alternierend mit solchen der Antike (Tötung des Archimedes, Dianaopfer usw.), wird der akademische Lehrbetrieb in der Kombination von Naturstudium und Mathematik veranschaulicht. An Nischenallegorien erkennbar sind die Wahrheit, Mäßigung, Gerechtigkeit, Gesundheit, Astronomie usw. Ein fester durchgehender Kanon ist jedoch nicht festzustellen, die Allegorien werden versatzstückartig verwendet, Kronos fungiert als Werber und Geleiter zur Akademie. Deren Bedeutung und Gültigkeit ist überzeitlich wie die antiken Opferpriester und die Vertreter der Religionen andeuten. Die blinde, aus dem Bild tretende Gestalt mit dem Affenattribut am rechten Bildrand dürfte mit Torheit aufzulösen sein.

G. M. Lechner, W. Telesko

Lit.: Thieme-Becker 29 (1935) 64; 32 (1938) 559 f, LCI 2 (1970) 703-713; Bartsch vol. 45 (Mark Carter Leach; Richard W. Wallace), New York 1982, 158 f.

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