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Ma_001 Johann Elias Ridinger (1698-1767) nach Johann Evangelist Holzer (1709-1740) [?], Maria - Regina Apostolorum, Augsburg um 1735/40

Stecher: Ridinger, Johann Elias (1698-1767)
Inventor: Holzer, Johann Evangelist (1709-1740)

um 1735/40

Thesenblatt in Schabkunstmanier mit leerer Thesenleiste, H. 111 x B. 64, 7 cm. Unten an der Thesenleiste signiert, links: Johann Holzer pinxit., rechts: Ioh. El. Ridinger excud. Aug. Vind. Inventor: Johann Evangelist Holzer (1709-1740), Stecher: Johann Elias Ridinger (1698-1767), Augsburg um 1735/40. 2004 aus dem Antiquariat Helmut H. Rumbler, Frankfurt/Main, erworben.

Die signierte Textleiste ist ohne Thesen, ohne Universitäts- und Professorenangabe, auch fehlt der Defendent. Es handelt sich also um ein so genanntes Blanko-Thesenblatt, das bislang nirgends nachgewiesen werden konnte. Vermutlich hat man die Thesenleiste über der Bildbasis affichiert, so dass die dort üblichen Künstlersignaturen (Ridinger eher fraglich) überklebt wurden. Damit ist auch eine Datierung des Blattes erschwert, stilistisch müsste 1735/40 als Entstehungsdatum in Frage kommen. Den Bildinhalt betreffend, stellt die vielfigurige Szene eine komplexe Ikonographie dar. Zunächst scheint eine Judikatur gegeben, bei der sämtliche Apostel laut Matthäus 19, 28 (Kartuscheninschrift) und Lukas 22, 30 auf ihren Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels zu richten haben. Der zweite Apostel auf der linken Seite hinter Petrus ist der Evangelist Johannes, der als Seher von Patmos erscheint und damit auf die Apokalypse (Offb 12) hinweist. Hierzu gehören auch der Bogen aus zwölf Sternen über Mariens Thronlehne und die Mondsichel unter dem Fuß. Ihre erhabene Stellung weist sie als Königin der Apostel aus, auch wenn die Krone auf Mariens Haupt fehlt; sie wird ihr auch nicht von der Trinität aufgesetzt, so dass keine Himmelfahrt oder Krönung Mariens vorliegen kann. Vielleicht deutet die Geste der ausgebreiteten Arme auf die Mittler- und Fürsprecherrolle Mariens beim Gericht hin. Eine thronende Immaculata ist ausnehmend selten, hier dürfte auch Maria Sapientia als Thron der Weisheit gemeint sein, ebenso die Braut des Hl. Geistes und die präexistente Maria im Ewigen Ratschluss Gottes aus dem Buch der Weisheit, das als Perikope in Marienmessen üblich ist. Lediglich Thesenfragen könnten näheren Aufschluss und eine gewisse thematische Eingrenzung bringen. Nähe besteht wohl zur Salzburger Benediktineruniversität, jedoch ließ sich bislang nichts Genaueres nachweisen. Das sich in gutem Zustand befindliche Blatt ist jüngste Erwerbung (2004) aus dem Frankfurter Kunsthandel.

G. M. Lechner, M. Grünwald

Unpubliziert.

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  • Iconography » christlich andere
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