Detail view
Vg_032 Gnadenbild von Maria Lanzendorf, Ende 19. Jh.

Stecher: Koppe, Jiri
Inventor: Koppe, Jiri

Year unavailable

Stahlstich, koloriert, H. 11, 8 x B. 8, 0 cm; unten signiert, links: Dr. Prag b. J. Koppe, rechts: Verlag b. Ajrder. In der Mitte unten bezeichnet: Maria Lanzendorf. Zeichner und Stecher: Jirí Koppe (geb. 1870 in Prag).

Das in Maria Lanzendorf verehrte Vesperbild, die Muttergottes mit ihrem toten Sohn im Schoß, erscheint von Engeln mit Osterfahnen flankiert in Wolken über der Wallfahrtskirche. An die Kirche schließt das 1698 gegründete Franziskanerkloster an, und davor steht die Immaculatasäule (1715); rechts ist der Kalvarienberg mit einer Kopie der Scala Santa (1699-1709) zu sehen. Urkundlich wurde die Kirche zum ersten Mal 1145 erwähnt, seit 1418 ist die Wallfahrt bezeugt. Die Gründungslegende reicht bis in biblische Zeit zurück, wonach der Evangelist Lukas an dieser Stelle gepredigt haben soll. Römische Soldaten christlichen Glaubens hätten unter Kaiser Mark Aurel um Regen gebetet, damit die Schlacht eine siegreiche Wende nehmen möge und als Dank für das Kriegsglück eine Kapelle errichtet, die dann von den Hunnen zerstört wurde. Namengebend wäre eine Stiftung Leopolds V. gewesen, der nach der Rückkehr vom III. Kreuzzug sein Schwert, seine Kriegskleidung und Lanze dem Gnadenbild geopfert haben soll. 1683 wurde die Wallfahrtsstätte von den Türken zerstört; der Bildhauer Fiechtl schuf die Pietà nach der verloren gegangenen Gnadenstatue in gotisierenden Formen wieder neu. Das Kaiserhaus und der gesamte Wiener Hof waren genauso wie die Zünfte der Residenzstadt der Wallfahrt sehr verbunden. Man erbat von der Lanzendorfer Muttergottes Schutz in Türkennot und die Errettung der Armen Seelen aus dem Fegefeuer. Die Freskenausstattung der Kuppel von Daniel Gran (1694-1757) wurde im II. Weltkrieg großteils zerstört, in den 1950er Jahren aber wieder rekonstruiert; das Hochaltarbild des Künstlers (1730) blieb unversehrt erhalten.

G. M. Lechner, M. Grünwald

G. Gugitz, Andachtsbild, 1950, S. 110. - A. M. Pichler, W. Böhm, Wege, 1953, S. 165-167. - G. Gugitz, Gnadenstätten II, 1955, S. 107-111. - Fischer/Stoll, Handbuch I, 1977, S. 85-87. - P.M. Plechl, Wallfahrt NÖ, 1978, S. 29 f. -Kat.: Wallfahrt in NÖ, 1985, Nr. 344, S. 186. - P.M. Plechl, Wallfahrt Ö, 1988, S. 100. - Marienlexikon 4, 1992, S. 287 (G. Gugitz). - Dehio NÖ/S II, 2003, S. 1328-1331.

More sheets with the profile:
  • Genre » Heiligendarstellung
  • Iconography » christlich andere
  • Medium » Stahlstich » koloriert

More sheets from the section:

Inventor » Koppe » Jiri


More sheets from the section:

Engraver » Koppe » Jiri


More sheets from the section:

Genre » Heiligendarstellung


More sheets from the section:

Iconography » christlich andere


More sheets from the section:

Medium » Stahlstich » koloriert


More sheets from the exhibtion:

Catalogue title » Unter deinen Schutz